Kooperation Elternhaus - Schule

Konzeption zur

Kooperation Elternhaus – Schule

an der Grund- und Mittelschule Breitengüßbach

 

  1. 1.Vorbemerkung

 

Im Rahmen der PISA – Studie von 2000 erfolgte eine Untersuchung, die den Einfluss von Schule und Familie auf Schlüsselkompetenzen zum Thema hatte:

 

 Einflüsse von Schule und Familie

 

Einflüsse von Schule, Lehrkräften, Unterricht

Einflüsse der Familie

Sonstige Einflüsse

Lesekompetenz

31,0%

66,1%

2,9%

mathematische

Kompetenz

28,3%

62,0%

9,7%

naturwissenschaftl. Kompetenz

29,4%

62,6%

8,0%

Abb. 1: Einflüsse von Schule und Familie - Begleituntersuchungen zu PISA 2000 (OECD 2001, S.356f.)

 

Die gewonnenen Erkenntnisse machten eine intensivere Zusammenarbeit zwischen Schule und Elternhaus für den Lernerfolg unumgänglich. Weitere Studien und Untersuchungen ergaben, dass sich gute Elternarbeit in vier Qualitätsbereichen widerspiegelt.

 

 

  1. 2.Die Qualitätsbereiche

 

 GEMEINSCHAFT - KOOPERATION - MITSPRACHE - KOMMUNIKATION

 

 

  1. 3.Leitlinien und Ziele der Qualitätsbereiche und deren Umsetzung

 

Für die einzelnen Qualitätsbereiche wurden Leitlinien und Ziele festgesetzt. Die Umsetzung dieser Leitlinien und der damit verbundenen Ziele erfolgte und erfolgt an der Grund- und Mittelschule Breitengüßbach durch verschiedene Maßnahmen. Anhand von Beispielen wird aufgezeigt, wie die Maßnahmen umgesetzt wurden bzw. in Zukunft noch umgesetzt werden.

 

 

  1. a)Qualitätsbereich „Gemeinschaft“

 

Leitlinie: Alle Eltern fühlen sich als Teil der Schulgemeinschaft wohl, wertgeschätzt und für die gemeinsamen Ziele verantwortlich.

 

Ziele

  • In der Schule herrscht eine einladende, freundliche und wertschätzende Atmos-phäre.
  • Die Schulgemeinschaft ist von gegenseitigem Respekt geprägt und schließt alle Beteiligten ein.
  • Die Schule wird von einem gemeinsamen Selbstverständnis getragen.

 

Maßnahmen:

 

  1. 1.Eine Willkommenskultur pflegen

-          Infoabende für künftige Erstklässler / Mittelschüler

-          Willkommenspaket mit Infos für neue Schüler und deren Eltern

-          Schnuppertag für künftige Mittelschüler und deren Eltern

-          Willkommensfeier mit Elterncafè für Erstklässler und deren Angehörige

-          Schulhausführung für neue Schüler und deren Eltern

 

  1. 2.Wertschätzung zeigen

-          Besonderes Elternengagement wird gewürdigt (Homepage, Elternbriefe, Mitteilungsblatt, Ehrungen)

-          Ehrung und Verabschiedung von Elternbeiratsvorsitzenden bei Schulfesten

-          Gemeinsame Aktivitäten von Eltern und „Schule“

 

  1. 3.Einander entgegen kommen

-          Flexible Sprechstundenmöglichkeiten

-          Wenn nötig, zeitlich nach Jahrgangsstufen gestaffelte Elternsprechabende / -tage

-          gesicherte Betreuung bis Schulschluss

-          Zusammenarbeit mit Mittagsbetreuung

-          Einbeziehung der Kindergärten, Nachbarschulen

 

  1. 4.Respektvoll handeln

-          Grundvoraussetzung für Elternarbeit

-          Höflicher Umgangston

-          Berücksichtigung der Familiensituationen

-          Wahrnehmung und Achtung kultureller und religiöser Hintergründe

 

 

  1. 5.Kontakte pflegen

-          Elternstammtisch

-          Interne Klassenfeiern (Kennenlernabend, Abschlussfest etc.)

-          Gemütliches Beisammensein nach Elternabend

 

  1. 6.Zusammengehörigkeit stärken

-          gemeinsame Arbeit am Leitbild der Schule

-          gemeinsame Schul-T-Shirts für Kinder, Eltern und Lehrer

-          gemeinsame Aktionen: Adventsfeier, Schulfeste, Bastelabende, Spendenaktionen, Schulhausgestaltung

 

  1. 7.Für Aufenthaltsqualität sorgen

-          Eingangsbereich ansprechend gestaltet, evtl. mit Infotafeln

-          gleichberechtigte Sitzordnung bei Elterngesprächen

-          eigenes, schön eingerichtetes Sprechzimmer

-          Stühle im Wartebereich

 

 

  1. b)Qualitätsmerkmal „Kommunikation“

 

Leitlinie: Die Eltern und Lehrkräfte informieren einander über alles, was für die Bildung und Erziehung der Schülerinnen und Schüler von Bedeutung ist.

 

Ziele:

  • Schule, Eltern und Elternvertreter pflegen einen regelmäßigen, auch anlassunabhängigen Informationsaustausch.
  • Es gibt klare, den Eltern bekannte innerschulische Zuständigkeiten für die Kommunikation.
  • Schule und Eltern nutzen vielfältige Kommunikationswege und -formen zur gegenseitigen Information.
  • Die Schule ist über die besonderen Lernvoraussetzungen der Kinder und Jugendlichen und – soweit diese für ihre individuelle Förderung bedeutsam ist – über ihre außerschulische Lebenssituation informiert.

 

Maßnahmen:

 

  1. 1.Gelegenheiten für Gespräche anbieten

-          Persönlicher Erstkontakt

-          Elternsprechstunde, Elternsprechtage, (thematische) Elternabende

-          Spontane Gespräch/Anrufe/Notizen vor und nach dem Unterricht

-          soziale Sprechstunden

-          Persönliche, schriftliche Einladungen zu allen schulischen Veranstaltungen

 

  1. 2.Ansprechpartner benennen

-          Bekanntgabe aller „Funktionsträger“ und „Beauftragten“ mit Sprechzeiten und/ oder Telefonnummern

-          Evtl. Etablierung eines KESCH-Beauftragten

 

  1. 3.Erreichbarkeit sicherstellen

-          Jederzeit per Telefon, Email

-          Hausaufgabenheft, Elternmappe

-          Bekanntgabe Öffnungszeiten Sekretariat (Elternbrief, Homepage…)

-          Notfallzettel für Erreichbarkeit der Eltern

 

  1. 4.Das Umfeld einbeziehen

-          intensive Kooperation mit Kindergärten

-          Austausch über Fördermöglichkeiten vor Einschulung

-          Zusammenarbeit mit Vereinen

-          Außerschulische Lernorte

 

  1. 5.Auf Bedürfnisse eingehen

-          Angebot verschiedener Kommunikationsmöglichkeiten

-          Einsatz von Dolmetschern bei Eltern mit Migrationshintergrund

 

  1. 6.Gesprächskompetenz schulen

-          Fortbildungen zum Thema Kommunikation, Gesprächsführung, Elternarbeit (evtl. auch SchiLfs)

-          Kollegiale Fallberatung

-          Leitfaden für Gesprächsführung/ Gestaltung Elternabend etc.

-          Hospitation durch Junglehrer/-innen

 

  1. 7.Zielstrebig informieren

-          Information der Eltern über das Schulgeschehen durch periodische Elternbriefe

-          aktuelle Informationen über Elternbriefe/-schaukasten

-          schriftliche Informationen der Klassenlehrer über Termine der jeweiligen Klasse (z.B. Wandertag, Fahrten, Infoabende, …)

-          alle Elternbriefe und Infos auch auf der Homepage

-          Zeitnahes Gespräch bei Leistungs-/ Verhaltensänderung

-          Screening-Gespräche mit allen Eltern

 

 

  1. c)Qualitätsmerkmal „Kooperation“

 

Leitlinie: Eltern und Lehrkräfte arbeiten gemeinsam kontinuierlich am Erziehungs- und Bildungserfolg der Schülerinnen und Schüler.

 

Ziele:

  • Die Zusammenarbeit mit den Eltern erfolgt systematisch und koordiniert in Verantwortung der Schule. Die Schülerinnen und Schüler sind altersadäquat mit einbezogen.
  • Die Eltern beteiligen sich auf vielfältige Art und Weise am schulischen Geschehen und bringen ihre Stärken und Ressourcen ein.
  • Die Eltern unterstützen sich gegenseitig. Ebenso unterstützen sie das häusliche Lernen ihrer Kinder. Sie werden diesbezüglich von der Schule beraten.
  • Die Schulgemeinschaft ist mit Erziehungs- und Bildungspartnern in Gemeinde und Region vernetzt.

 

Maßnahmen:

 

  1. 1.Gemeinsame Ziele vereinbaren Konsens suchen

-          Elterngespräche, auch Dreiergespräche mit Kind, mit gemeinsamer Zielvereinbarung (evtl. Abschluss von Lernverträgen)

-          Lernentwicklungsgespräch mit gemeinsamer Zielvereinbarung (evtl. Abschluss von Lernverträgen)

-          Fortschritte im Hinblick auf Zielerreichung werden zusammen mit Eltern überprüft

 

2. Konsens suchen

-          Bildung eines KESCH-Teams aus Eltern und Lehrern zur Optimierung der Konzeption KESCH

 

  1. 3.Elternkooperation fördern

-          Email-Verteiler, Telefonkette, whats-app-Gruppe zur schnellen Verständigung der Eltern untereinander

-          Möglichkeiten der gegenseitigen Hilfestellung (z.B. beim Ausfüllen von Anträgen für Kinder mit Migrationshintergrund)

 

  1. 4.Impulse für zu Hause geben

-          Schulhausinterne Erziehungshilfe

-          Soziale Sprechstunde, Soziales Lernen als Motto

-          Vorträge/Infoabende (z.B.: Lernen lernen, Mediennutzung, Suchtprävention etc.)

 

  1. 5.Sich im Umfeld vernetzen

-          Unterrichtung der Eltern über zusätzliche Unterstützungsangebote: Mobiler Sonderpädagogischer Dienst, Schulpsychologe, Jugendsozialarbeiter, etc.

-          Intensive Zusammenarbeit mit der Gemeindebücherei Breitengüßbach

-          Geeignete Angebote von kulturellen Einrichtungen (VHS, Theatern und Museen) werden veröffentlicht/genutzt

-          Beratungs-, Bildungs- und Präventionsangebote von Polizei, Kirchen, Gesundheitsamt etc. werden veröffentlicht/genutzt

 

  1. 6.Elternexperten einbeziehen

-          Mögliche Elternexperten rechtzeitig ermitteln

-          Elternexperten zu Lehrplanthemen befragen, einladen, besuchen

-          Experten für Radfahrtraining, Koordination, Ergotherapie

-          Eltern als Trainer in GTK

 

  1. 7.Mithilfe anbieten und annehmen

-          (Vor-) Lesevormittag, Lesementoren

-          Eltern als Helfer bei: Verkehrserziehung, Realverkehr, Schulfest, Sportveranstaltungen Begleiter bei Ausflügen/Unterrichtsgängen

-          Helfer bei der Realverkehr, Schulweghelfer

-          Sponsorenakquise

 

  1. d)Qualitätsmerkmal „Mitsprache“

 

Leitlinie: Die Eltern nehmen ihre rechtlich geregelten Mitsprache- und Mitwirkungsmöglichkeiten wahr. Sie können sich auch darüber hinaus in geeigneter Weise einbringen.

 

Ziele:

  • Die Schule informiert die Eltern ausreichend über ihre Mitspracherechte und

       -möglichkeiten. Sie ermuntert alle Eltern, diese zu nutzen.

  • Eltern aus allen Schichten und Gruppen sind in den Elterngremien vertreten.
  • Elternvertreter und Eltern beteiligen sich an Schulentwicklungsprozessen.
  • Elternvertreter ergreifen Maßnahmen, um die Anliegen und Interessen aller Eltern zu erfahren und zu vertreten.
  • Elternvertreter wirken in externen Netzwerken der Schule mit.

 

Maßnahmen:

 

  1. 1.Zur Mitgestaltung ermutigen

-          Darstellung rechtlicher Grundlagen der Elternmitbestimmung über Elternbriefe, Homepage

-          Gezieltes Ansprechen und Ermutigen von Eltern zur Mitgestaltung (Elternvertreter etc.)

 

  1. 2.Netzwerke ausbauen

-          Die Schule und die Elternvertreter sind in die Kooperation mit anderen Schulen sowie externen Partnern eingebunden

-          Kontakte zu ortsansässigen Unternehmen werden gepflegt

-          Mit Jugendverbänden, Kirchen, Sport- und Musikverein sowie weiteren Partnern findet eine vertrauensvolle Zusammenarbeit statt.

-          In das Netzwerk der Bildungsregion ist die Schule integriert

 

  1. 3.Elternvertreter unterstützen

-          Besprechungszimmer vorhanden

-          Nutzung der schuleigenen Technik (Computer, Kopierer…) möglich

-          Gemeinsame Fortbildungen zum Thema KESCH besuchen/anbieten

 

  1. 4.Austausch pflegen

-          Steter Informationsaustausch zwischen Elternvertretern und Schulleitung

-          Steter Informationsaustausch zwischen Klassenelternsprechern und Klassenlehrkräften

 

  1. 5.Alle Kinder im Blick behalten

-          Interne/externe Evaluation

-          Elternbefragungen

-          Kummerkasten/Wünschewand

 

  1. 6.Gremienarbeit wahrnehmen

-          Elternbeirat, Schulleitung und Lehrer/-innen entwickeln gemeinsam das Schulprofils bei (z.B. Schulordnung, Lernentwicklungsgespräch, Ganztagesklasse, Flexible Grundschule)

-          Elternvertreter nehmen - soweit möglich - an Lehrerkonferenzen teil

-          Der Förderverein der Schule bietet vielfältige Mitgestaltungsmöglichkeiten

  

 

Breitengüßbach, 31.07.2015

 

Schulleitung & Elternbeirat & Förderverein der GMS Breitengüßbach